Herzlich Willkommen auf den Seiten der
Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission

Die 1972 gegründete Kommission ist bis heute eine der zentralen Plattformen der Kooperation zwischen Historikern und Geographen beider Länder. Die Schulbuchkommission sieht es als ihre Aufgabe an, den fachwissenschaftlichen Dialog zu vertiefen. Dazu veranstaltet die Kommission Fachkonferenzen und gibt eine eigene Publikationsreihe heraus. Mittels ihrer Expertise und einer regelmäßigen wissenschaftlich-didaktischen Analyse deutscher und polnischer Lehrwerke wirkt die Kommission auf eine sachgemäße und angemessene Repräsentation des Nachbarn im Unterricht hin.

Trotz substantieller Verbesserungen wissen deutsche Schüler heute immer noch nur wenig über die Geschichte Polens, und Deutsche wie Polen sind sich der historischen Erfahrungen des Nachbarlandes oft nicht ausreichend bewusst. Die Kommission setzt deshalb ihre Arbeit fort und ist bei dem Projekt „Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch“ einer der wichtigsten Akteure.

 

 

Aktuelles


Erklärung der Vorsitzenden der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission der Historiker und Geographen (Brüssel, im Juni 2019)

Die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission begrüßt die Unterstützung der Bundesregierung für die Schaffung eines Ortes des Gedenkens an die polnischen Opfer der deutschen Besatzung 1939-1945 nachdrücklich. 

Die Kenntnis des Ausmaßes an Willkür und Gewalt, die die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs über die polnische Gesellschaft gebracht haben, ist in der deutschen Gesellschaft ausgesprochen lückenhaft, und es ist absehbar, dass wir mit dem zunehmenden zeitlichen Abstand zum Zweiten Weltkrieg mit einem immer brüchigeren Wissensbestand rechnen müssen. Wir sind daher der Meinung, dass die Etablierung eines Gedenkortes mit der Bereitstellung eines Forums zur Dokumentation, Aufbereitung und Diskussion dieser geschichtlichen Ereignisse einhergehen sollte. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass ein fundiertes Wissen über die historischen Ereignisse und die Fähigkeit zu ihrer reflektierten Einordnung eine unabdingbare Voraussetzung für ein dialogisches und dauerhaftes Erinnern sind. Wir sind bereit, die Errichtung eines solchen Forums wissenschaftlich und didaktisch zu begleiten. 

Für das Präsidium der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission: 

Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg              Prof. dr hab. Robert Traba 

Präsidiumssitzung der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in Brüssel

Teilnehmende in Brüssel

Von 13. bis 15. Juni 2019 fand die jährliche Präsidiumssitzung der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission statt. Zum ersten Mal in der fast 50-jährigen Geschichte der Kommission geschah dies weder in Deutschland, noch in Polen, sondern im Europa-Büro der Leibniz-Gemeinschaft und im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel. 
Auf dem Programm standen neben der jährlichen Präsidiumssitzung auch Besprechungen zu den aktuellen Arbeiten am gemeinsamen Geschichtsschulbuch "Europa – Unsere Geschichte" und den Strategien seiner Bewerbung in Deutschland, Polen und Europa sowie die Besichtigung der Ausstellung des Hauses der Europäischen Geschichte. Außerdem fand eine Debatte über die Rolle von Museen bei der Vermittlung europäischer Geschichte statt. 
Anlässlich der Präsidiumssitzung fand darüber hinaus ein weiterer Workshop des deutsch-polnischen Arbeitskreises für Lehrerinnen und Lehrer statt, der 2018 an der Kommission eingerichtet wurde. Polnische und deutsche Teilnehmer konnten sich dabei über das Bildungssystem in Polen und Deutschland austauschen und an Entwürfen für Unterrichtseinheiten zum Thema „1939 – Beginn des Zweiten Weltkriegs“ arbeiten. Die Zwischenergebnisse des Workshops wurden bei der abschließenden Diskussion mit den Präsidiumsmitgliedern präsentiert und vertieft. Weitere Workshops für Mitglieder des Arbeitskreises sind im Herbst 2019 in Berlin, Warschau und Danzig geplant. Die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission trägt damit der dringenden Notwenigkeit Rechnung, Experten aus der Schulpraxis in ihre Arbeit stärker einzubinden. Zum anderen entspricht es dem Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer, mit ihrem Expertenwissen zur Implementierung und Weiterentwicklung des gemeinsamen Schulbuchs sowie weiterer geplanter digitaler Lehrmittel beizutragen. 

 

Programm 

Fotos

 

Die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission kommt zur Präsidiumssitzung in Brüssel zusammen

Haus der Europäischen Geschichte (European Union 2018 - Source: EP)

Von 13. bis 15. Juni 2019 findet die jährliche Präsidiumssitzung der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission statt. Zum ersten Mal in der fast 50-jährigen Geschichte der Kommission geschieht dies weder in Deutschland, noch in Polen, sondern im Europa-Büro der Leibniz-Gemeinschaft und im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel.

Auf dem Programm stehen neben der jährlichen Präsidiumssitzung auch Besprechungen zu den aktuellen Arbeiten am gemeinsamen Geschichtsschulbuch "Europa – Unsere Geschichte" und seiner Bewerbung in Deutschland, Polen und Europa sowie die Besichtigung der Ausstellung des Hauses der Europäischen Geschichte und eine Debatte über die Rolle von Museen bei der Vermittlung europäischer Geschichte.

Anlässlich der Präsidiumssitzung findet darüber hinaus ein weiterer Workshop des deutsch-polnischen Arbeitskreises für Lehrerinnen und Lehrer, der 2018 an der Kommission eingerichtet wurde. Die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission trägt damit der dringenden Notwenigkeit Rechnung, Experten aus der Schulpraxis in ihre Arbeit stärker einzubinden. Zum anderen entspricht es dem Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer, mit ihrem Expertenwissen zur Implementierung und Weiterentwicklung des gemeinsamen Schulbuchs sowie weiterer geplanter digitaler Lehrmittel beizutragen.

Rahmenprogramm

 

Arbeitskreis für Lehrerinnen und Lehrer an der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission erfolgreich gestartet

Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften Berlin

Am 23. und 24.11.2018 fand am Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin ein gemeinsam mit dem Georg-Eckert-Institut ausgerichteter Auftaktworkshop des deutsch-polnischen Arbeitskreises für Lehrerinnen und LehrerKulturelle Diversität, Multiethnizität und Transnationales in Schule, Bildungsmedien und Öffentlichkeit“ statt. Bei der Veranstaltung wurde u.a. über den Umgang mit Heterogenität in der Schul- und Verlagspraxis gesprochen. Denn unterschiedliche Biographien und die zunehmende Pluralisierung der Lebenswelten spiegeln sich längst auch im Klassenzimmer wider. Darauf müssen Bildungsmedien wie Schulbücher angemessen reagieren. Geschichte endet ja nicht an den Grenzen des Nationalstaates. Historische Ereignisse – und die Erinnerung an diese Ereignisse – stehen in einem weiteren, regionalen wie globalen Zusammenhang. In europäischen Migrationsgesellschaften prägen diese vielfältigen Perspektiven auch die Geschichtserzählungen vor Ort. 

Wie sind denn unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven Schülerinnen und Schülern zu erzählen und zu vermitteln? Wie man sie als Teil der deutschen, der polnischen und – last but not least – der europäischen Geschichte didaktisch sichtbar machen kann, lässt sich am Beispiel des international erstellten Geschichtsbuches„Europa. Unsere Geschichte/Europa. Nasza historia” zeigen. Wie wäre denn ein Verständnis von Diversität als Normalfall gesellschaftlicher Entwicklung zu vermitteln? Können dadurch die politischen, historischen und kulturell-religiösen Kompetenzen der SchülerInnen gestärkt werden? An welchen Stellen in „Europa. Unsere Geschichte“ wird das besonders sichtbar? Diese Fragen wurden gemeinsam mit den Mitgliedern des deutsch-polnischen Arbeitskreises für Lehrerinnen und Lehrer erörtert, der nach der diesjährigen Schulbuchkonferenz in Zamość an der Schulbuchkommission eingerichtet wurde.  

„Wir waren Zeugen eines Ereignisses, das eine absolute Ausnahme darstellt. In allen europäischen bilateralen Schulbuchkommissionen, und es gibt davon mehrere, sitzen ausschließlich Wissenschaftler und akademische Didaktiker. Die Lehrerinnen und Lehrer sind gar nicht dabei“, sagte Prof. Dr. Robert Traba, der polnische Vorsitzende der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission, der Deutschen Welle. „Jetzt entstand ein neues Instrument, das den Lehrerinnen und Lehrern die von der Kommission erarbeiteten Inhalte vermitteln wird. Gleichzeitig wird es uns, Wissenschaftler, als eine Graswurzelbewegung mit ihren Ideen aus der pädagogischen Praxis bereichern“, erklärte der Historiker. „Wir möchten, dass die Lehrer aus dem Arbeitskreis auch Unterrichtsentwürfe erstellen, um zu zeigen, wie dieses Schulbuch in der Praxis im Geschichtsunterricht genutzt werden kann“, fügten Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg, der deutsche Vorsitzende der Schulbuchkommission und Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Direktor des CBH/PAN in Berlin hinzu.

Der Arbeitskreis wird regelmäßig zusammenkommen, um Ideen zur Implementierung des gemeinsamen Schulbuches auszutauschen und dieses in der Praxis anzuwenden – so etwa im Juni 2019 in Brüssel.

PROGRAMM 

FOTOS

 

Rückblick auf die XXXVII. Fachkonferenz der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in Zamość (23.-26. Mai 2018)

Zamość (Bild: pixabay)
Zamość (Bild: pixabay)

Von 23. bis 26. Mai 2018 fand in Zamość die XXXVII. Konferenz der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission der Historiker und Geografen z.Th.: „Der Zweite Weltkrieg in der Geschichtsdidaktik in Polen und Deutschland. Wissen, Vermittlung und Darstellungsformen“statt. FachwissenschaftlerInnen, FachdidaktikerInnen und Lehrkräfte aus Deutschland und Polen stellten Unterrichtsmethoden zum Thema des Zweiten Weltkriegs zur Diskussion und tauschten sich über die damit einhergehenden Fragen der didaktischen Vermittlung im Geschichtsunterricht der beiden Länder aus: Welche Themen und Aspekte historischer Bildung haben in diesem Kontext die größte Bedeutung? Stellt der Fokus auf die großen politischen Ereignisse und Kriegshandlungen eine geeignete Herangehensweise dar, um den Zweiten Weltkrieg im Unterricht angemessen zu behandeln? Welche Methoden sollten in der Schulpraxis eingesetzt werden? 

Im Rahmen der Konferenz fand ein deutsch-polnischer Lehrerworkshop statt, bei dem ausgehend von aktuellen Arbeiten am gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtsbuchprojekt „Europa. Nasza historia / Europa – Unsere Geschichte“ Antworten auf diese Fragen ausgelotet wurden. Die Teilnehmer der Schulbuchkonferenz konnten diese Themen bei zwei landeskundlichen Exkursionen in die Umgebung von Zamość vertiefen, die u.a. nach Biłgoraj, Szczebrzeszyn, Józefów, Sochy, Zwierzyniec und die Gedenkstätte Belżec führten.

Darüber hinaus wurde bei der diesjährigen Präsidiumssitzung der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission beschlossen, einen „Arbeitskreis für Lehrkräfte“ einzurichten. Dem Arbeitskreis können interessierte polnische und deutsche Lehrerinnen und Lehrer beitreten, die  ausgewählte Kapitel des gemeinsamen Schulbuchs im Unterricht erproben wollen. Ihre didaktische Expertise ist im Kontext der Weiterentwicklung und Implementierung des binationalen Schulbuches „Europa. Nasza historia / Europa – Unsere Geschichte“ von großer Bedeutung.

Bei der Schulbuchkonferenz hat die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission Agnieszka Jaczyńska (Zamość) und Mirosław Sielatycki (Warschau) mit dem Maria-Wawrykowa-Preis geehrt. Die Kommission würdigte damit das langjährige Engagement der beiden Preisträger im deutsch-polnischen Schulbuchdialog und besonders ihr Wirken als Multiplikatoren bei der schulischen Vermittlung der Anliegen der Schulbuchkommission.

Veranstalter der Konferenz waren die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung.

Gefördert wurde die Konferenz vom Auswärtigen Amt, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk, von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und der Stadt Zamość.

PROGRAMM

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